Die kleine Sophie wächst vaterlos, dafür mit Mutter, Grosseltern und Haushaltshilfe im Dämmerlicht einer herrschaftlichen Wohnung im Zürcher Seefeld auf - und mit der stetigen Präsenz eines Trios von Onkeln, Vaters besten Freunden. Trotzdem schmerzt Sophie die Lücke, auf ihre Fragen nach dem unerklärlichen Verschwinden des Vaters erhält sie von ihrer Mutter nur ausweichende Antworten, ahnt Flunkereien und verliert sich in Fantasien. Jahrzehnte später - Sophie hat sich längst in Rom niedergelassen - muss sie ihre kranke Mutter ins Pflegeheim bringen und die elterliche Wohnung auflösen. Erneut taucht sie in die Welt ihrer Kindheit ein, versucht dem ungelösten Rätsel und auch ihrem eigenen Leben auf die Spur zu kommen. Dabei enthüllt sich ihr Facette um Facette die Persönlichkeit der Mutter, die - nach aussen eine unemanzipierte Ideal- frau der Fünfzigerjahre - zäh um ihren Lebenstraum kämpft. Ein Buch, das packend die Annäherung der Tochter ans Geheimnis der Eltern erzählt und gleichzeitig ein Bild der Atmosphäre des damaligen Zürich und des heutigen Rom vermittelt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Ingrid Notter
aus Zürich
4/5
09.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ja, alles war "wahr"?
Esther Spinner hat mich dank ihres Romanes in meine eigene Vergangenheit gebracht. Ja, auch meine Mutter wollte eine Geschäftsfrau werden/sein. Sie heiratete, bekam fünf Kinder innerhalb von sechs Jahren. Tja, erzkatholisch??? Viele Bilder sind mir bekannt. Auch meine Mutter war eine starke Frau, wollte immer gut gekleidet sein und war einfach nur beeindruckend. Jedoch auch schwach und müde was sie jedoch nie zugegeben hat. Ich versuchte mir während dem Lesen, meiner Mutter Geschichte viertiefter vorzustellen es gelang mir nicht so gut. Wie weit wurde auch ich von meiner Mutter beeinflusst? habe ich auch immer gesagt? ich werde nie so wie meine Mutter Ja, das habe ich und ich wurde nicht so. Keinen Mann, keine Kinder und so alleine wie die Protagonistin im Buch. Was war wahr? Was war ein Schwindel? Ich danke für diese Geschichte, sie hat mich ins grübeln gebracht zumal meine Mutter eben gestorben ist. Auch mir fiel es schwer den Zerfall mitzuerleben und zu verstehen
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